Aus aktuellem Anlass.


- Vorrundenaus!

Fragwürdige Friedensmission.

Berichtet Report Mainz. – Norman Paech, Inge Höger und Annette Groth offenbaren erneut politische Unzulänglichkeit und fehlende Sachkenntnis. – „Eine unheimlich tolle Atmosphäre“.

Geiselnahme auf der Mavi Marmara.

In aller Kürze sei auf einen weiteren exzellenten Bericht verwiesen, Reflexion. Außerdem: Die ersten Soldat_Innen an Bord der Mavi Marmara wurden durch Passagiere verschleppt. Vier überwältigte Vertreter_Innen der israelischen Marine entführten die „Friedensaktivist_Innen“ auf das unterste Deck – sie wurden bis zum Ende der Kampfhandlungen festgehalten.

Kaum zu­rück aus Is­ra­el, gab die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der Par­tei „Die Linke“ , An­net­te Groth, die sich an der Gaza-„Frie­dens“- ​Fahrt be­tei­ligt hatte, die am 31.​05.​2010 durch die is­rae­li­sche Armee be­en­det wurde, der On­line- ​Zei­tung „Scharf Links“ ein In­ter­view. In die­sem In­ter­view schil­dert Anet­te Groth ihre Er­leb­nis­se wäh­rend ihrer Reise: „Es war eine mun­te­re Stim­mung, man könn­te fast mei­nen eu­pho­risch. Ei­ni­ge spiel­ten In­stru­men­te und san­gen Lie­der. Al Ja­zee­ra mach­te kon­stant In­ter­views und sen­de­te sie in die Welt.“ Über den In­halt der Lie­der und Sprech­chö­re, die auch auf Al Je­zee­ra zu sehen waren, ver­liert An­net­te Groth al­ler­dings kein Wort. „Oh Jews, the army of mo­ham­med will re­turn“ skan­dier­ten ei­ni­ge Rei­se­teil­neh­mer vor der Ab­fahrt, die von Al Ja­zee­ra do­ku­men­tiert wurde. […]

Weiterlesen auf Reflexion.

Wie versprochen.

Fotos zur „Friedensdemonstration“ am 05. Mai 2010 in Bremen.

Für die ruhigen Sommerstunden am Nachmittag: Übersetzung eines Artikels der Washington Post von Charles Krauthammer (Standpunkte).

Kindermörder Israel.

Und weiter gehts. Nachdem bereits Hamburg und Hannover eine hatten, durfte die dritte Norddeutsche Metropole – Bremen – nicht auf dem Eventkalender der Friedensfreund_Innen fehlen. Mittels restriktiver Auflagen, versuchte die Einsatzleitung der Polizei offen antisemitische Handlungen und Inhalte zu unterbinden – dies gelang nicht! Die bröckelnde Fassade der „Solidaritätsaktivist_Innen“ zerbrach spätestens, als diese einschlägige Parolen („Kindermörder Israel“) gröhlten, Hamas-Flaggen schwenkten, Israelfahnen mit Hakenkreuzen bemalten oder auf Zeichnungen jener Symbolik (Davidstern) spuckten. Unter den Teilnehmer_Innen befanden sich auch klar islamistische Organisationen. Schon am Auftaktort Hauptbahnhof verteilte der aus dem niedersächsischen Delmenhorst stammende „Muslim Markt“ Flugblätter und Werbebroschüren. Das unter Beobachtung stehende Internetportal, erregt immer wieder durch extrem antisemitische Inhalte, Boykott-Aufrufe und klare Kooperation mit Neonazis die Aufmerksamkeit der Medien. Es kam also erneut zusammen, was zusammen gehört. Auch einige Linksautonome Organisationen und Portale riefen zur Partizipation auf – auf „Endofroad“, bewarb ein eher schlichter Artikel die Demonstration des „Friedensforums“. Wenigstens einige Antifaschist_Innen fanden den Naziaufmarsch durch die Innenstadt dann doch nicht so prima und verwiesen auf den zweifelhaften Charakter der Demonstration, sowie die ebenso zweifelhaften Inhalte.

Das Bild jedoch, war entsprechend dem der überall parallel stattfindenden Aufmärsche. Menschen gehüllt in Kaffiyah und Palästina-Fahnen gröhlen laustark Parolen, einige halten Pappschilder oder kleine Papierstücke mit den Flaggen arabischer Staaten, wieder andere wünschen sich „Juden eine Fahnenstange in den Arsch“ zu rammen – andere betonen einfach mal, dass die „westelichen Medien [sic!]“ lügen. Die Schilder – inklusive Rechtschreibfehler – durfte sich dann auch jeder Teilnehmer bei den Organisator_Innen des Aufmarsches abholen. Für Fahnenstöcke und kleine Pappfahnen war ebenso gesorgt – und als dann endlich das Signal zum „losmarschieren“ kam, konnte sich die pöbelnde und drohende Menge einmal durch die Innenstadt zum Marktplatz der Stadt bewegen – dort wartete bereits ein mit Palästinaflagge geschmücktes Rednerpult.

Die aufgestellten Ordner_Innen waren reichlich beschäftigt, die etwas erbosten Teilnehmer_Innen zu kontrollieren. Zwar wurde durch die erteilten Auflagen eindeutig darauf verwiesen, dass weder gezündelt werden dürfe, noch gegen Jüdinnen und Juden oder Israel gehetzt werden solle – aber das war dann doch egal. Immerhin zeigte sich ein Organisator begeistert mit T-Shirt, auf dem eine israelische Flagge mit Hakenkreuz versehen war – die „Staatsschützer_Innen“ und „Aufklärungstrupps“ innerhalb der Demonstration, so betonte ein Polizeisprecher, hätten von all dem selbstverständlich nichts gewusst.

Für Aufregung sorgte auf der Abschlusskundgebung, der Versuch einiger Gegendemonstrant_Innen israelische Flaggen zu entrollen – schleunigst intervenierte die Polizei und bat darum, die 3000 Teilnehmer_Innen doch nicht noch weiter zu provozieren. Eifrige Antisemit_Innen machten sich auch gleich auf den Weg um die „Hurensöhne“ zu suchen, die Flaggen schwenken wollten. Zu organisierten Gegenaktionen kam es nicht – tragischerweise. So marschierten ohne erkennbaren Gegenprotest etwa 3000 Teilnehmer_Innen durch Bremen und gröhlten antisemitische Parolen.

Den antisemitischen Charakter der Demonstration, offenbarten einige Teilnehmer_Innen endgültig, als sie auf einem Transparent feststellten, „Israel ist das Problem“ und „Palästina die Lösung“. So richtig stören wollte sich an der Negation israelischer Existenz, sowie der detaillierten Problemanalyse dann doch niemand – und so verlas eine kreischende Person die Namen der durch „Piraten ermordeten Friedensaktivisten“ – für jeden Märtyrer gab es dann auch den gebührenden Applaus.

Letztlich hat Free-Gaza, sowie die IHH das gesetzte Ziel erreicht. Über Selbstmordattentate auf das israelische Image in der Welt, berichtet Lizas Welt. Vollkommen legitim und logisch ist die Schlußfolgerung: Die Antwort auf eine mediale Torpedierung Israels, kann lediglich die unbedingte Solidarität mit den bedrohten Jüdinnen und Juden Weltweit, sowie dem zionistischen Projekt sein. Abschließend ein Verweis auf die Moscow Times. In einer klarsichtigen Analyse wird der Hintergrund, sowie die eindeutige Intention der „Hilfsorganisationen“ aufgeklärt.

[…] The goal of the activists was not to deliver aid to the people of Gaza but to rack up dead bodies. From the standpoint of the organizers, the ideal ending would have been if the Israeli navy had sunk the entire flotilla.

There is a very good reason why Israel is blockading Gaza. The territory is governed by Hamas, which has the professed goal of destroying Israel and is recognized by some Western governments as a terrorist organization. If activists had wanted to send a flotilla to Osama bin Laden carrying “humanitarian aid” of suspect content, would the authorities be obliged to let it pass unchecked? […]

The old method was simple: Palestinian militants lobbed missiles into Israeli territory. The new tactic is for militants to place a rocket launcher on the roof of one of their own schools — or better yet, a kindergarten. If the missile finds its target, then, God willing, two Israelis will die. But if all goes well, the Israeli missile fired in retaliation will give the militants the bodies of 10 innocent children to display to reporters. […]

Moderne Selbstmordattentate richten sich nicht nur gegen israelische Bürger_Innen. Sondern provozieren eine mediale Resonanz, die die weltweite „Unterstützung“ für den Staat Israel nachhaltig schädigen kann. Über die Äusserungen jener „Friedensaktivist_Innen“ hingegen, berichtet der Blog „Spirit of Entebbe“, auf die Warnung der israelischen Marine („You are approaching an area which is under a naval blockade“) antwortete ein Passagier der Mavi Marmara „Shut up, go back to Auschwitz.“ – wovon Aktivist_Innen eben so träumen.

Bilder folgen morgen.

Deutsche Friedensfreunde.

Sie sind überall. Ob Berlin, Wien, Hamburg, Hannover, Bremen, Münster oder in der Provinz, dass gleiche Bild: Menschen mit Pappschildern und Winke-Winke-Fahnen marschieren durch leere Straßenzüge, gröhlen Parolen, grüßen Allah, berichten vom „Kindermörder Israel“ und verweisen auf ihre ganz natürliche Solidarität mit Gaza und „Palästina“, die mit Antisemitismus ja so gar nichts gemein hätte. Im Normalfall lassen die Friedensaktivist_Innen nach wenigen Metern die Masken fallen und geben ihre Scharade auf – dann agieren sie ganz offen antisemitisch, antiamerikanisch und wünschen all jenen progressiven Werten, westlicher und bürgerlicher Gesellschaften die Hamas an den Hals. Über einen besonders skandalösen Fall, jener antisemitischen und antiamerikanischen Attitude, sowie der autoritären Ideologie einer deutschen Friedensbewegung, berichtet der Blog „Tapfer im Nirgendwo“.

In der ehemaligen westdeutschen Hauptstadt Bonn, demonstrierten vor wenigen Tagen ebenfalls Friedensfreunde. Mal wieder fanden sich Menschen ein, die sich paradoxerweise als Antifaschist_Innen definieren, Islamist_Innen und Neonazis. Gemeinsam, in einer Zeremonie freudiger Querfront, marschierten die Parteien dann durch die Innenstadt, skandierten Parolen wie „Tod Israel“ – und stürmten schließlich ein Starbucks-Café.

[…] Eine Gruppe von jungen Schulmädchen versuchte vergebens, die Demonstranten zu beruhigen. Das Gebrüll der Eindringlinge ging noch über zehn Minuten weiter. Als einige Demonstranten handgreiflich gegen die drei minderjährigen Schülerinnen wurden, schaltete sich ein mutiger Besucher des Cafés ein. Sein Name ist Steven Selthoffer. Steven Selthoffer ist amerikanischer Staatsbürger und von Beruf Sportjournalist. Er war unter anderem während der olympischen Spiele 2000 und 2004 aktiv und gilt als Experte für den Claudia Pechstein Fall.

Steven Selthoffer machte den Demonstranten in amerikanischem Englisch deutlich, dass es sich bei dem Ort um ein Café und nicht um ein politisches Forum handele und dass sie damit aufhören sollten, die Schulmädchen mit Drohgebärden einzuschüchtern. Er bat die Demonstranten, das Café zu verlassen, damit er und die anderen Gäste ihren Kaffee in Ruhe trinken können.

Daraufhin kam es zu einem tumultartigen Aufstand. Von dem amerkinischen Akzent des Besuchers auf das Äusserste provoziert brüllten die Demonstranten antiamerikanische und antisiraelische Parolen in den vollbesetztenRaum. Zudem forderten sie die Anwesenden nahezu gewaltsam auf, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Da sich Steven Selthoffer weigerte an diesem Aufstand mitzuwirken und auf seinem Platz sitzen blieb, wurde er von hinten angegriffen. Ein in Zeitungspapier eingewickelter schwerer Gegenstand wurde gegen seinen Hinterkopf geworfen, so dass Steven Selthoffer zu Boden fiel und für kurze Zeit sein Bewusstsein verlor. Trotz der gefährlichen Situation verweigerten zwei Bedienstete des Starbucks medizinische Hilfe und hielten es nicht für notwendig, die Polizei zu rufen. Mit der Begründung, er sei an dem Vorfall nicht ganz unschuldig, weigerte sich das Personal ebenfalls, den Angreifer festzuhalten und ließen ihn gehen.

Steven Selthoffer erlitt schwere Kopf- und Nackenverletzungen und musste im St. Elisabeth Hospital behandelt werden. Der diensthabende Notarzt teilte mit, dass Steven Selthoffer „sehr viel Glück“ gehabt habe und dass für die nächsten zwei bis drei Wochen ein Trauma zurückbleiben werde.

In einem Gespräch mit Tapfer im Nirgendwo wirkte Steven Selthoffer immer noch sehr mitgenommen. Er selbst gab an, dass seine Konzentrationsfähigkeit arg in Mitleidenschaft gezogen sei. Die ganze Angelegeheit kommentiert er heute sehr kurz: „No American or Israeli should feel safe at any Starbucks.” […]

- Quelle: Tapfer im Nirgendwo.

Ganz schön unschön, diese Friedensmenschen.

Märtyrer.

Als vor wenigen Tagen der „Hilfskonvoi“ selbsternannter „Friedensaktivist_Innen“ nach Gaza durch das israelische Militär gestoppt wurde und neun Menschen starben, sprach die Welt von einem Skandal. Der türkische Ministerpräsident Erdogan spricht in typisch antiisraelischer Manier von einem Massaker. – Denn In voller Nichtbeachtung der Fakten und des ausführlichen Bild- und Videomaterials waren die Schuldigen schnell bestimmt. Mittlerweile differenziert sich vor allem die mediale Darstellung. Während weltweit Islamist_Innen gemeinsam mit „linken“ und Neonazis Parolengröhlend durch Städte marschieren, die „Junge Welt“ gegen Israel hetzt und die Hamas eine neue Intifada fordert, veröffentlichten mehrere türkische Zeitungen Berichte, nach denen vier der getöteten Staatsbürger türkischer Herkunft planten, an Bord der „Flotilla“ den Märtyrertod zu sterben. Zwei der Märtyrer für die „palästinensische Sache“, waren zudem als freiwillige Helfer der IHH organisiert. Diese – angebliche Hilfsorganisation – war maßgeblich als Schirmherr und Organisator in die Planung der Aktionen eingebunden. Drei der Schiffe, stammten aus dem Sortiment der Helfer_Innen. Die radikalislamische Organisation weist Verbindungen zum internationalen Terrorismus auf und unterstützt die Hamas direkt finanziell – da passt es, dass große Summen Bargeld an Bord der „Mara Marmara“ sichergestellt wurden. Diese waren zur Übergabe an die Hamas bestimmt, damit auch schnellstmöglich neue Waffenkäufe möglich sind. Bereits beim Auslaufen der Schiffe, schwadronierte der IHH-Vorsitzende Bolant Yilderim unter Applaus über Israel und konstruierte Vergleiche und Verbindungen zum historischen Nationalsozialismus. Die Eröffnungszeremonie wurde zusätzlich mit antisemitischem Liedgut und internationalen Top-Terroristen bereichert.

International wird die „Hilfsorganisation“ eher kritisch betrachtet. Neben einer „humanitären“ Mission, sieht die IHH auch die Verpflichtung, sich politisch zu engagieren – und dies radikalislamisch, antisemitisch und antiamerikanisch. Diese politische Attitude, äussert sich in einer Nähe zur Muslimbruderschaft in Ägypten – den ideologischen Vordenkern und Vorgängern islamistischer Terrornetzwerke seit 1920. In mehreren Publikationen und Statements, verwies die IHH auf die Unterstützung des bewaffneten Kampfes der Hamas gegen Israel. Dementsprechend unterstützt die angeblich humanitäre Organisation nicht nur finanziell terroristische und radikalislamische Verbände und Parteien – die Hamas zählt die IHH zu ihren wichtigsten Verbündeten. Es ist nicht verwunderlich, dass eingetragene Helfer der Hamas den Märtyrertod wählen und versuchen Schusswaffen zu entreißen oder mit Messern auf Soldat_Innen einstechen.

Es ist fragwürdig, was „Friedensaktivist_Innen“ und humanitäre Helfer_Innen mit Gasmasken, Rauch- und Brandbomben, Steinschleudern, Äxten, Messern, Nachtsichtgeräten, Eisenstangen und anderer Bewaffnung erreichen möchten. Eines der zahlreichen Videos auf Youtube belegt erneut, dass die Konfrontation eindeutig von Seiten der Passagiere ausging – es stellt dar, wie sich Teilnehmer_Innen der Friedensfahrt bewaffneten und auf die Ankunft der israelischen Soldat_Innen vorbereiten. Mit der oben gelisteten Ausrüstung, erwarteten die vollkommen unschuldigen und friedlichen Aktivist_Innen die Sicherung des Schiffes durch Militärs.


Friedenskonvoi.

Deutsche Medien berichteten unterdessen, dass auf den Schiffen keinerlei Waffen gefunden worden seien. Mit finanziellen Mitteln kann eben nicht geschossen werden – aber Waffen gekauft sehr wohl. Deutsche Logik. Stattdessen wird erneut auf die Statements der Linkspartei-Vertreter_Innen verwiesen, die ja schrecklich gequält wurden und die Gräuel der israelischen „Terrorherrschaft“ mal ganz direkt und real erleben durften. Weiter so.

Ohne Worte.


„Für ein säkulares […] Israel“ – nichts verstanden. Antisemitische Demonstration am 01. Juni 2010 in Berlin.

Antifada.

Die Hamas ruft zur Intifada – und die „Antifaschistische Linke Berlin“, graue Wölfe, „Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin“, Linkspartei, Neonazis und weitere islamistische Organisationen folgen. In Münster, Berlin, Wien, Hannover und anderen Orten demonstrierten Antisemit_Innen bundesweit ihre Solidarität mit der „Freedom Flotilla“ – es kommt zusammen, was zusammen gehört.

Die Prioritäten der Organisationen scheinen ohnehin klar gesetzt. Es ist fraglich, wo die Menschenrechtler_Innen waren, als im Iran Homosexuelle und Oppositionelle erhängt wurden oder als antisemitische Mörderbanden Israel attackierten – da interessierte sich kaum eine_r für die Geschehnisse in und um Israel – oder im gesamten Nahen und Mittleren Osten. Ohnehin sind die Sympathien verteilt, den Kampf um Solidarität verlor Israel mit seiner Gründung – der „Jude unter den Staaten“ wird niemals Sympathieträger „linker Antiimperialist_Innen“ sein – diese positionierten sich am gestrigen Montag eindeutig. In einer Reihe marschierten Islamist_Innen, Neonazis, türkische Nationalisten und vermeindliche Antifaschist_Innen – sie wollten auf das angebliche „Massaker“ im Mittelmeer verweisen. Lautstark gröhlten Teilnehmer_Innen antisemitische und nationalistische Parolen.

Die Antifada und ihre Freund_Innen der autonomen Nationalisten verwiesen in Sprechchören dann auch gleich auf die Kindermörder_Innen der israelischen Armee – einen Zusammenhang mit dem antisemitischen Urmythos des Ritualmordes an Kindern, will da aber niemand erkennen – immerhin ist Mensch ja Antifa und so! Auf zahlreichen Transparenten und Pappschildern durften die Kopftuchträger_Innen und Palischwenker_Innen dann Forderungen an Politiker_Innen stellen und erläuterten immer aufs neue, wie schrecklich die israelische Politik doch sei. Die einzige Demokratie in der Region ist ja auch ein Skandal, ein islamistisches Kalifat wäre dann doch lieber – und die Jüdinnen und Juden werden einfach ins Meer getrieben. Umso schlimmer wäre es, wenn sich die als antifaschistisch definierenden Personen bewusst waren, mit wem sie sich da solidarisieren. Die „Flotilla“ liess alle Masken fallen, als antisemitische Hetzreden und derartiges Liedgut beim auslaufen der Flotte gespielt und skandiert wurden.

Paradox wirken auch die zahlreichen Flaggen. „Antifaschistische“ Gruppierungen werden im Normalfall nicht müde, zu betonen ja gegen jede Nation zu sein und Flaggen von Nationalstaaten hätten folglich so ziemlich garnichts auf einer linken Demonstration verloren – die türkischen scheinen da etwas anderes zu sein. Es ist deutlich, gegen welche Symbolik und wessen Staatlichkeit sich die Aggression der antisemitischen Horden richtet. Nicht das Vorgehen des israelischen Militärs, sondern die bloße Existenz des Staates Israel empört die Bevölkerung, graue Wölfe und angebliche Antifaschist_Innen. Wenn israelische Flaggen als Zeichen antifaschistischer Solidarität mit dem Lebensgarant der Jüdinnen und Juden weltweit auf Demonstrationen getragen werden, verweisen die Aktivist_Innen der Berliner „Antifa“ stets auf den „antinationalen Charakter“. Die Scharade einer vermeintlich antinationalen Einstellung fällt nicht nur durch die vollkommen verkürzte und wenig reflektierte Kritik an Nationalstaaten und Zionismus, sondern durch die Akzeptanz von Symbolen tendenziell islamistischer Staaten und Organisationen – Protest richtet sich gegen Israel, gegen den „Juden unter den Staaten“.

Es ist noch deutlucher geworden, was die Menschen, die heute in vielen deutschen Städten demonstrierten wünschen. Eine Aufhebung der Seeblockade würde der Hamas ermöglichen, sich weiter aufzurüsten – der Zweck der Seeblockade ist legitim und durch die israelische Souveränität garantiert. „Hilfsmittel“ zu transportieren oder gar „Solidarität“ mit den „notleidenden“ zu demonstrieren, scheint damit sekundär. Die Aktivist_Innen von rinks bis lechts, die volle Querfront, setzte und setzt sich lediglich das Ziel der Zerstörung Israels. Die mediale Berichterstattung ist monoton, das Klima in der hiesigen Bevölkerung wird durch die erneuten Nachrichten vermutlich ein Stück perverser. Die Hamas hat ihr Ziel erreicht. Emanzipative Antifaschist_Innen solidarisieren sich indess mit Israel!

Harmlose Friedensaktivisten.

Mittlerweile kursiert diverses Material, in Bild und Ton zu den Vorfällen im Kontext der „Freedom Flotille“ am 31. Mai 2010. Neben den (üblichen) Hass- und Propagandavideos überzeugter Antisemit_Innen, die über „scheiß Juden“ und „scheiß Israel“ schimpfen, existiert auch weiteres Material, auf dem deutlich erkennbar ist, dass unter anderem israelische Soldaten mit Messern attackiert wurden – vor einer Eskalation der Gewalt, direkt nach der Landung auf der unter türkischer Flagge fahrenden Mavi Marmara.

Jedes der Videos ist für sich interessant. Zwar vermuten auf Indymedia bereits besonders eifrige Verteidiger_Innen der Massaker-Version, dass sich hinter Videos und kritischer Berichterstattung der israelische Geheimdienst oder zumindest „bezahlte Poster“ verbergen würden. Ganz unentgeldlich veröffentliche ich hier in aller kürze eines der bemerkenswertesten – unter anderem ist erkennbar, dass ein Passagier (noch vor jeder Eskalation) mehrfach mit einem Messer auf einen soeben gelandeten Soldaten einsticht.

Angriff auf israelische Soldat_Innen.

Jene Szene existiert, untenstehend eingefügt, auch als Animation. Ähnliche Videos werden mittlerweile sogar auf social Networks und via Mail verteilt. Eine gestern gegründete Facebookgruppe unter dem Namen „Gaza Flotilla – the world should know the truth“ zählt etwa 25000 Mitglieder – stündlich mehr. Medial gesehen ist die israelische Version der Geschehnisse jedoch eher minoritär vertreten. Die an Bord der „Freedom Flotille“ inhaftierten Mitglieder der Linkspartei, wie Norman Paech betonten sich „wie im Krieg“ gefühlt zu haben – und sowieso, dass sei ein großes Kriegsverbrechen. Letzterer ist sich, auch ausserhalb des angeblichen Kriegsgebiets, nicht zu schade Faschismusvergleiche zu konstruieren und das Existenzrecht Israels anzuzweifeln. Raketen der Hamas werden in den wirren Gedankengängen zu einer Form „reaktiver Gewalt“, Israel gehöre aufgelöst und ein „säkulärer Staat“ anstelle des Schutzortes für Jüdinnen und Juden weltweit installiert. Diese, von Norman Paech geforderte Vernichtung des Staates Israel, kommt einer Forderung nach Vernichtung der dort lebenden Menschen gleich – der Zionismus und die jüdische Staatlichkeit, stellen die Lebensversicherung der auch heute akut bedrohten Menschen dar.

Mittlerweile befinden sich die nächsten Schiffe auf dem Weg nach Gaza. Eine Provokation. Vor Ort hingegen bereiten sich bereits fleißige Helfer auf die Ankunft der Schiffe vor, Helfer gibt es ja immer genug wenn es gegen Israel und für die Antisemit_Innen geht.