Alles friedlich.

Ende Mai. Das Wetter ist eher trist. Deutschland feiert „seine Lena“ und im Mittelmeer schifft eine „Flotte“ umher, die eine angeblich völkerrechtwidrige Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen möchte. Beteiligt sind die üblichen, Organisationen mit fabelhaften Namen wie „Free Gaza“ – organisiert wird die flotte Tour durch eine türkische Menschenrechtsorganisation. Sinn und Zweck der Bootfahrt nach Israel ist die Überbringung mehrerer Tonnen ziviler Mittel – Nahrung, Medikamente und so – alles was den verhungernden und schrecklich leidenden Palästinänser_Innen so fehlt. Vor Ort organisiert die Hamas minutiös und vor allem tauglich für Massenmedien die Ankunft der „Seeleute“ – unter ihnen befinden sich auch mehrere Deutsche – etwa Bundestagsabgeordnete und Mitglieder der Linkspartei. Gehüllt sind die „Aktivist_Innen“ mehrheitlich entsprechend ihrer Einstellung. Sie tragen die als „Bluttuch“ der Judenvernichtung bezeichnete Kufiya, eine Koproduktion der Nationalsozialisten und islamistischen Judenvernichter im Kontext der Shoa.

Im Vorfeld wies die israelische Regierung und ihre Auslandsvertretungen mehrfach in den betreffenden Staaten darauf hin, die insgesamt Sechs Schiffe unter keinem Umstand nach Gaza und in den dortigen Hafen einkehren zu lassen. Als Kompromis wurde angeboten, den üblichen Landweg zu wählen über den tagtäglich mehrere tausend Tonnen (auch israelischer) Hilfsmittel übergeben werden. Die „notleidenden“ Palästinänser_Innen erhalten hier unter anderem Brennstoff, Nahrungsmittel und Medikamente – von einer Notlage kann keinesfalls die Rede sein. Für die etwa zwei Millionen Einwohner_Innen des Küstengebiets bringt die europäische Union 40 Millionen Euro pro Jahr auf – die regierende (und weitesgehend unterstützte) Hamas gibt das Geld dann doch lieber für neue Bunker aus (der geladene Zement würde es allerdings auch tun). Die Kritik der „deutschen“ Palästinafreund_Innen – einfachheitshalber Antisemit_Innen – richtet sich dennoch gegen den israelischen Staat, der gar anbot die Waren in Israel abzulöschen – und dies auch nach der morgendlichen Eskalation des 31. Mai 2010 plant.

[…] In den vergangenen 18 Monaten wurden über 1 Million Tonnen Hilfgüter nach Gaza geliefert, das ist fast eine Tonne pro Person im Gaza-Streifen. Eine detaillierte Auflistung der Hilfsgüter bietet das israelische Außenministerium an [Link] […] Erschwerend kommt hinzu, dass unter den Teilnehmer_innen der Einweihungszeremonie in Istanbul Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi waren – beides Top-Terroristen der Hamas, die gegenwärtig von Großbritannien aus operieren, sowie Hamam Said, ein Führer der Muslimbruderschaft in Jordanien.

Der Vorsitzende von IHH, einer pro-palästinensischen Organisation in der Türkei, Bolant Yilderim, hielt auf der Zeremonie unter Applaus eine antisemitische Rede. In dieser bekundete er: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina. […]

– Berichtete der BAK-Shalom schon im Vorfeld der Aktion.

Die „Hilfsorganisationen“, denen sich unter anderem die „islamische Front“ anschloss boten unterdessen an, eine genaue Liste der mitgeführten Gegenstände abzugeben, um in Gaza die „Hilfsmittel“ (Beton oder Medikamente) löschen zu dürfen. Israel lehnte ab. Jeder Warenverkehr müsse inspiziert werden, nach einer derartigen Kontrolle würden die Waren weitergeleitet werden – damit Hamas-Vertreter_Innen diese dann in einem Lagerhaus vergammeln lassen können um letztendlich mediengerecht die angebliche Grausamkeit der israelischen Nation zu manifestieren.

Als am Morgen des 31. Mai 2010 israelische Marine-Einheiten die Schiffe Routinemäßig anfunkten – wie in jedem anderen westlichen Land – und allgemeine Fragen stellten (Heimathafen, Ladung, Zielort), antworteten die Schiffe nicht. Mittlerweile veröffentlichte das israelische Militär Videomaterial der Funkversuche.
Ebenso „normal“ – und wie in jedem anderen (westlichen) Staat wurden die Schiffe an der Einreise gehindert. Doch als „Elite“-Einheiten die Frachter betraten, wurden sie auf einem unter türkischer Flagge fahrenden Schiff durch „Aktivist_Innen“ erwartet, die sich unter anderem mit Äxten, angeschärften Eisenstangen und Macheten bewaffnet hatten. Deutlich ist auf dem durch Journalist_Innen angefertigten Videos erkennbar, dass die israelischen Einheiten mit Eisenstangen und anderen Waffen attackiert werden. Ein Soldat wird sogar bei laufender Fahrt vom Deck geworfen. Augenzeug_Innen berichteten zudem, dass mindestens zwei Schüsse in Richtung der Soldat_Innen gefallen seien – und tatsächlich wurden nach ersten Angaben zehn Soldat_Innen zum Teil schwer verletzt. Zwei der „Freiheitsaktivist_Innen“, die natürlich nur Lebensmittel und Medizin transportieren wollten, wurden in Folge festgenommen – zwei Schußwaffen sichergestellt. Noch ist unklar, ob die Waffen von entwaffneten Soldat_Innen stammten. Im Verlauf der Schusswechsel wurden (nach unterschiedlichen Angaben) mindestens 15 Menschen getötet, etwa 20 verletzt – grund genug für die türkische Regierung den zwischenfall als „Massaker“ darzustellen. Die Redakteure von Spiegel Online legen indess fest: „Schuld sind immer die anderen“ – ist ja auch irgendwie klar. Die Hamas und Fatah (nicht anders zu erwarten) verbreiten unterdessen Aufrufe zu einer neuerlichen Intifada, vor israelischen Botschaften in der Türkei kommt es zu schweren Ausschreitungen.


Israelische Soldaten werden durch „Friedensaktivist_Innen“ mit Eisenstangen attackiert und sogar vom Boot verworfen.

Es wirkt paradox, wie sich die Kritik, nach derart kurzer Zeit einseitig auf den israelischen Staat und die opperierenden Militäreinheiten konzentriert. Eifrige Schreiber_Innen im Forum des Spiegel veröffentlichen Verschwörungstheorien und behaupten die Handlung Israels, sowie die Selbstverteidigung der Soldaten, sei „Piraterie“. Mittlerweile wurde die Diskussion durch Administrator_Innen beendet. Auf dem (tendenziell „linken“) Nachrichtenportal Indymedia herrschen derweil andere Töne vor – Israel sei ja schließlich „wie Hitler“, eine Analogie zu den Konzentrationslagern wird in gewohnt antisemitischer-Manier dann auch gleich hergestellt.

Mittlerweile spekulieren die Redakteur_Innen des Spiegels erneut: Wie kann es sein, dass die israelischen Einheiten derart überrumpelt waren, als die „Friedensaktivist_Innen“ versuchten ihnen Waffen zu entreißen und das Feuer auf sie eröffneten. – Mit einer derartigen Eskalation, hatten wohl nichteinmal die Soldaten gerechnet, die anschließend zur aktiven Gegenwehr übergingen. Tragischerweise verstarben mehrere Menschen. Die Grundlage des Gefechts lag hierbei jedoch keinesfalls auf israelischer Seite.


Alles friedlich, unbewaffnet, „ziviler Ungehorsam“ – erneut „Friedensaktivist_Innen“, diesmal mit Macheten.

Zwischen all der Diskussion und öffentlichen Statements aller Politiker und Medien, in denen stets betont wird ja nichts mit Antisemit_Innen gemein zu haben, aber so ginge es ja doch nicht, geht verloren, wie skandalös die Intention der „Blockadebrecher_Innen“ selbst ist. Zweifelsohne waren die antisemitischen Banden die unter einem friedenspolitischen Vorwand agierenten nie in Sderot, wenn Raketen der Hamas niederregneten. Sowohl der „Wall“ – als auch die Seeblockade durch die israelische Marine sind legitim um das Leben der Jüdinnen und Juden in Israel zu Schützen. Ursache und Wirkung dürfen keineswegs vergessen, verkehrt oder vollkommen ignoriert werden. Sowas kommt von sowas, erscheint als passender Leitsatz zum radikalen Vorgehen. Die einseitige mediale Präsentation als „Massaker“ oder gar Menschenrechtsverbrechen wirkt gleicherlei paradox und beunruhigend. Die Sympathien deutscher und internationaler Medien liegen weniger bei den ständig attackierten und angefeindeten Jüdinnen und Juden – sondern vielmehr bei dem antisemitischen Mob, der jene nur zu gerne vernichten würde. Der „Deutschlandfunk“ verzichtete in seiner Berichterstattung sogar ganz auf die Erklärung des israelischen Militärs, es wurde lediglich berichtet, dass Militärs das Feuer auf eines oder mehrere der Schiffe eröffnet hätten – so einfach ist das!

Zumindest nicht für Menschenrechte, die dem islamischen Verständnis davon zuwiderlaufen, wäre hinzuzufügen. Denn die unter türkischer Flagge fahrende Mavi Marmara – auf der die israelischen Spezialkräfte attackiert wurden – wurde maßgeblich von der radikalislamischen türkischen Organisation IHH organisiert und finanziert. Deren Vorsitzender Bülent Yildirim hielt vor wenigen Tagen in Istanbul bei der Einweihungszeremonie für das Schiff – an der auch zwei von Großbritannien aus operierende Topterroristen der Hamas, Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi, sowie Hamam Said, ein Führer der Muslimbruderschaft in Jordanien, teilnahmen – eine Rede, in der er unter anderem sagte: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina.“

Ebenfalls bei der Feierstunde zugegen war Scheich Raed Salah, der Führer der „Abteilung Nord“ der Islamischen Bewegung in Israel. Salah verfügt nicht nur über gute direkte Kontakte zur Hamas, sondern hat in der Vergangenheit auch mehrfach antisemitische Hasspredigten gehalten. Darin führte er unter anderem aus, die Juden seien „Schlächter von schwangeren Frauen und Babys“, „Diebe“ und „die Bakterien aller Zeiten“; zudem bediente er alte Ritualmordlegenden: „Wir sind nicht diejenigen, die ein Mahl von Brot und Käse in Kinderblut essen.“ Der Sieg sei „mit den Muslimen, vom Nil bis an den Euphrat“. Salah war dann auch einer der Passagiere der Mavi Marmara – bei deren Auslaufen in Istanbul antisemitische Lieder gesungen wurden – und soll bei den heutigen Kämpfen verletzt worden sein.

Quelle: Lizas Welt.