Innerer Reichsparteitag im ZDF und jede Menge Autokorso.

Endlich wieder stolz sein. Aber dann auch so richtig. Nach dem sensationellen 4:0 für die deutsche Nationalmannschaft konnten allerorts betrunkene Fans ihre Autofähnchen schwenken, rumgröhlen und einfach mal ganz offen sein. War ja auch ein tolles Spiel. Die „berüchtigten Australier“ gehören schließlich immer zur engeren Auswahl aller Fachleute – und da hupt es sich doch gleich besser.

Richtig entziehen konnte sich dem „inneren Reichsparteitag“ der Nationalelf dann doch niemand – und schließlich betonte in der Halbzeitpause Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, für Miroslav „Miro“ Klose, sei die ganze Veranstaltung derart erfreulich, dass der Nürnberg-Vergleich durchaus gerechtfertigt sei. Treffend analysierte Müller-Hohenstein: „Das ist für Miro Klose doch ein innerer Reichsparteitag, dass der heute hier trifft […]“. Der „dämliche Vergleich“ landete auch prompt auf Youtube – nach einer Stunde erreichte das Video mehr als 40000 Aufrufe, Katrin moderierte dennoch strikt bis zum Ende.

Stören wollten sich an der nationalfarbenen Dekoration die wenigsten. Polizist_Innen sicherten zu, dass die ganze Huperei zwar keineswegs legal sei, aber intervenieren würden die Beamt_Innen nicht – einmal ginge das schon. Deutsche Fahnen, deutsche Symbolik bereiten einmal mehr Bauchschmerzen. Suspekt wirkt das Fahnenmeer im Land der Täter_Innen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bockwurstparty in naher Zukunft beendet wird.